Ich bin 41 Jahre alt, glücklich verheiratet und Vater von drei quirligen Töchtern im Kindergarten- und Grundschulalter – Sie können sich vorstellen, da ist immer was los, und es hält mich definitiv auf Trab! Ich bin durch und durch Gröbenzeller, man könnte sagen, ein Gewächs der vierten oder zumindest dritten Generation hier im Ort. Meine Ausbildung war klassisch und lückenlos gröbenzellerisch: Vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Gymnasium Gröbenzell habe ich hier alle Stationen durchlaufen. Eine besonders prägende Erfahrung war mein Zivildienst beim Ökumenischen Sozialdienst in der ambulanten Alten- und Krankenpflege. Diese Zeit hat meinen Blick auf die Bedürfnisse unserer Mitmenschen geschärft und beeinflusst meine heutige berufliche Tätigkeit erheblich.
Nach dem Abitur zog es mich zum Studium der Volkswirtschaftslehre an die LMU, gefolgt von einem PhD-Programm in Economics in Innsbruck. Dort habe ich mich intensiv mit experimentellen Fragestellungen der Verhaltensökonomie beschäftigt – Themen wie In- und Outgroup-Diskriminierung, die Höhe der Besteuerung oder das allgemeine Wahlrecht und Wahlverhalten waren mein Metier. Mein Dissertationstitel lautete „Social Identity, elective Franchise and Redistribution“ – ja, das klingt erstmal sperrig, aber es hat mir tiefe Einblicke gegeben, wie Menschen Entscheidungen treffen. Parallel dazu, und das ist mir sehr wichtig, war da immer mein Engagement im Sportverein. Jeweils über 20 Jahre lang habe ich als Funktionär, sei es als Jugendleiter oder Abteilungsleiter, und als Jugendtrainer gewirkt. Zweimal durfte ich mit meinen Jungs sogar südbayerischer Meister werden! Heute trainiere ich mit großer Freude unsere Kleinsten von 3 bis 5 Jahren. Und selbst aktiv bin ich auch noch, seit über 30 Jahren stehe ich als Torwart auf dem Platz.
Im Jahr 2016 habe ich dann mein eigenes Unternehmen gegründet. Wir vermitteln Betreuungskräfte, damit Seniorinnen und Senioren trotz altersbedingter Einschränkungen in ihrem eigenen Zuhause leben können. Dabei arbeiten wir als Partner mehrerer polnischer Unternehmen und sind das Gesicht hier vor Ort. Es ist mein Anspruch, ein seriöses Angebot in einem oft wenig strukturierten und kontrollierten Markt zu bieten, denn für viele ist dies die einzige Chance, im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Das ist ausdrücklich keine Kritik an Altenheimen – es ist eine individuelle Abwägung und Entscheidung, die ich respektiere.
Mein Weg in die Politik: Von Plakat-Faszination zu konkreten Zielen
Wie kam ich nun zur Politik? Nun, der Besuch des Rathauses in der Grundschule und die bunten Wahlplakate vor Ort fand ich schon als Kind immer spannend. Da gibt es die eine oder andere Anekdote, die ich vielleicht mal mit dem ältesten Bürger Gröbenzells teilen könnte! Tatsächlich politisiert wurde ich dann rund um die Bundestagswahlen 1998 und 2002. Die Jusos waren es nicht, die personenmäßig extrem starke JU auch nicht, und die Grüne Jugend ebenso wenig. Doch 2010 trat ich dann den GRÜNEN bei. Dort ging es zügig voran: Beisitzer im Kreisverband, dann Vorsitzender im Ortsverband, mit dem klaren Ziel vor Augen: Gemeinderat 2014! Die Chance, als Bürgermeisterkandidat anzutreten, sah ich als sicheres Ticket in den Gemeinderat. Anfangs war ich unsicher, wie so ein Wahlkampf zu bestreiten ist, aber es wurde ein wahnsinnig intensiver Wahlkampf! Ich erinnere mich noch gut an zu früh aufgestellte Wahlplakate und unsere nächtlichen Aktionen mit den Großflächenplakaten an Bauzäunen im ganzen Landkreis – manchmal sogar mit kurzem Polizeikontakt. Das Ergebnis von 17,56 % war gut, auch wenn die Stichwahl klar verpasst wurde. Dafür wurde ich Sportreferent im Gemeinderat, ein Amt, das ich von 2014 bis heute mit viel Freude ausübe. Seit 2021 bin ich zudem Fraktionsvorsitzender und seit 2022 Finanzreferent.
Auch im Kreistag bin ich aktiv, seit 2016 als Nachrücker und seit der Wiederwahl 2020 als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und im Verwaltungsrat des Kreisklinikums. In der Konsolidierungskommission 2023 haben wir uns intensiv mit freiwilligen Leistungen beschäftigt, und seit 2024 bin ich im baubegleitenden Ausschuss für das Gymnasium Gröbenzell. Sie sehen, das sind nicht zwingend ur-grüne Themen, und manche waren anfangs eher eine Horrorvorstellung für mich. Aber ich habe gelernt: Zahlen sind häufig der Schlüssel, um offenkundige Entwicklungen zu erklären und dahinterliegende Zusammenhänge zu verstehen. Man gewinnt einen wahnsinnig tiefgehenden Einblick, wenn man sich dort hineinarbeitet! Nach elf Jahren in der Kommunalpolitik wurden mir viele Probleme vor Augen geführt. Nicht alle sind auf kommunaler Ebene lösbar, aber Lösungsansätze gibt es immer – und die müssen wir im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger finden.
Warum ich Bürgermeister in Gröbenzell werden will: Mehr als nur ein Job
So viele Gestaltungschancen wie kaum ein anderer Beruf! Trotz aller persönlicher Herausforderungen und Einschränkungen ist Bürgermeister für mich ein Traumberuf. Im Dienste des Allgemeinwohls gestalten zu dürfen und meine tägliche Arbeit der Gemeinde Gröbenzell und dem Wohle aller Bürgerinnen und Bürger widmen zu können – das ist mein Antrieb. Aber, und da bin ich ehrlich: Gröbenzell steht vor gewaltigen Herausforderungen! Unsere Entstehungsgeschichte bringt es mit sich, dass die Infrastruktur häufig 40 bis 60 Jahre alt ist und ein erheblicher Sanierungsstau besteht. Die Demografie zeigt eine stagnierende oder gar schrumpfende Bevölkerung mit überproportional vielen Menschen im Ruhestand. Das führt zu sinkenden Steigerungsraten des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer. Gleichzeitig haben wir hohe Immobilienpreise, einen Mangel an altersgerechten Wohnformen bei steigendem Alter, einen steigenden Bedarf an Kinderbetreuung und erhebliche Schwierigkeiten bei der Personalsuche.
Wir dürfen nicht einfach abwarten, was als Nächstes passiert und uns dann darum kümmern. Wir müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen! Die eigentliche inhaltliche Arbeit leisten wir gemeinsam mit dem Ortsverband, wie Sie in der anschließenden Mitgliederversammlung sehen werden, aber lassen Sie mich einige Beispiele nennen:
Bei der Kinderbetreuung ist die Situation nicht leicht, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Wir als Kommunen haben die Vorgabe, Betreuungsplätze zu schaffen, nicht immer gepaart mit einer entsprechend verbesserten finanziellen Ausstattung. Die Platzvergabe Anfang Mai – also vor gut zwei Wochen – hat gezeigt: Bisher gibt es trotz Nachfrage keine Zahlen, was zu wilden Spekulationen bei Eltern führt, die vor riesigen Herausforderungen stehen. Die Kommunikation mit betroffenen Eltern findet nicht oder zumindest nicht proaktiv statt. Eine sehr große Einrichtung wartet seit sechs Monaten auf eine Rückmeldung der Gemeinde für die weitere Planung – der Gemeinderat weiß bisher nicht mehr als einen Halbsatz dazu. Der Beschluss zum Bau einer Einrichtung an der Ecke Zweigstraße/Augsburger Straße liegt seit Jahren in der Schublade. Wenn uns nicht von außen eine Veränderung aufgezwungen wird, handelt die Gemeinde in den letzten Jahren nicht proaktiv – die einzige Ausnahme sind die Puffer-Stellen für Erzieherinnen und Erzieher im Haushalt 2025. Mein Anspruch muss sein: Familien dürfen in dieser Situation nicht alleingelassen werden, auch wenn ich als Bürgermeister nicht jeden Wunsch und Bedarf erfüllen kann. Ganz wichtig ist, es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man resignieren würde! Das ist aber die Wahrnehmung vieler Eltern. Deshalb sage ich klar: Die Kinderbetreuung in Gröbenzell muss ab dem 1. Mai 2026 oberste Priorität haben!
Auch bei der Ortsentwicklung höre ich oft den Verweis auf fehlendes Personal, Baupreise, komplexe Verfahren oder unlukrative Angebote der Wohnbaugesellschaft. Aber Entwicklungen abzuwarten, auszusitzen und dabei auf höhere Instanzen zu verweisen, wird uns nicht weiterbringen, sondern uns nur unsere Zukunft verspielen lassen. Nehmen wir die Grundstücke in der Bahnhofstraße: Diese könnten Grundstück für Grundstück entwickelt werden, um endlich einen Nutzen – auch finanziell – daraus zu ziehen. Die Wohnhäuser in der Dr.-Troll-Straße 16 und 18 sind mittlerweile beide fast leer – die Planungen für eine Neubebauung drehen sich seit Jahren im Kreis. Dieser Zustand ist mit „beschämend“ noch freundlich umschrieben. Für das Züblin-Gelände gibt es eine gültige Beschlusslage. Der Umbau der Kirchenstraße – inhaltlich durchaus in unserem Sinne – wird jetzt angegangen, weil die Fahrbahn ohnehin dringend sanierungsbedürftig ist. Für den Kirchenstraßen-West gibt es einen Bebauungsplan. Wir müssen bei all diesen Beispielen – und die Liste ist sicher nicht abschließend – unsere Zukunft wieder mit Weitblick selbst in die Hand nehmen und nicht darauf warten, bis ein Handeln unausweichlich ist, sondern die Planungen proaktiv gestalten! Gerne mit öffentlichen Bauträgern und unter Nutzung von Erbpachtlösungen.
Mein Ansatz für Gröbenzell: Offen, aktiv und gemeinsam
Ich will die finanzielle Ausgangslage analysieren und Einnahmepotenziale langfristig darstellen. Schwierige Sachlagen müssen offensiv und offen kommuniziert werden – und bei schlechten Nachrichten müssen alternative Ideen und Vorschläge auf den Tisch. Das aktuelle Vorgehen aus Einzelgesprächen, Pressemitteilungen, Infoständen am Markt und dem sechsmal jährlich erscheinenden „Gröbenzell im Blick“ ist keine zeitgemäße Kommunikation mehr. Ich werde schwierige und komplexe Verhandlungen führen und zeitnah entscheidungsreife Vorlagen dem Gemeinderat vorlegen. Die Beschlussvorschläge der Verwaltung müssen deckungsgleich mit meinem Beschlussvorschlag als Bürgermeister sein! Inhaltliche Unklarheiten führen häufig zu ewigen Diskussionen im Gemeinderat und verschwenden unnötig Kapazitäten. Ich möchte das Wissen und die Expertise aus der Mitte des Gemeinderats nutzen. Meine Handlungsmaxime lautet: „Wie kann das realisiert werden?“ statt „Kann das realisiert werden?“ Kooperationen sind entscheidend! Vereine und Initiativen verfügen über „kostenloses Personal“, Fachwissen und teils erhebliche finanzielle Mittel. Mit allen Vereinen gemeinsam zum Wohle Gröbenzells agieren und sich nicht als Gegenspieler wahrnehmen – das ist mein Ziel, im Sinne klassischer Jugendarbeit und als positive Aushängeschilder unserer Kommune. Und natürlich müssen wir das umfangreiche Wissen unserer Mitarbeitenden im Rathaus nutzen und den Wissensaustausch zwischen den verschiedenen Ämtern und Sachbereichen fördern.
Meine Motivation ist es, Gröbenzells Zukunft wieder in unsere Hand zu nehmen und Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern Gröbenzells in Ihrer ganzen Vielfalt und Diversität, zu dienen. Ich will die anstehenden Herausforderungen und Probleme erkennen und Lösungen gemeinsam mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und Ihnen allen erarbeiten und umsetzen. Und Sie alle als meine Partei sind selbstverständlich hier ebenso mit eingeladen und aufgefordert!
Dafür bitte ich Sie um Ihre Unterstützung und Ihre Stimme!
Zukunft in die Hand nehmen!